Korea-Partnerschaftsausschuss

Korea – Partnerschaft

in der Trägerschaft  der  Evangelischen Dekanate
Groß-Gerau – Rüsselsheim, Dreieich und Rodgau

Propstei Gwangju in der Presbyterianischen Kirche in der Republik Korea
und Evangelische Kirche in Hessen und Nassau

Der Aufstand für Demokratie
18. Mai 1980

Am 18. Mai 1980 war in der wirtschaftlich und politisch isolierten Provinzhauptstadt Gwangju eine friedliche Demonstration von Studierenden für Demokratie  brutal durch das Militär beendet worden.

In den folgenden Tagen beteiligten sich in Gwang-ju bis zu 200.000 Bürger*Innen an den Protesten gegen die damalige Militärregierung und das Vorgehen der Armee. Sie stellten innerhalb weniger Tage medizinische Versorgung für viele Verletzte, solidarische Blutspenden und eine Kommission zu Verhandlungen mit der Regierung auf die Beine.

In den Morgenstunden des 27. Mai stürmte die Armee mit 20.000 Soldaten, Fallschirmspringern und Panzern in die Stadt.


Anlass für eine Kirchenpartnerschaft

Unterstützung für die – am Ende erfolgreiche -Demokratiebewegung in Gwangju und in ganz Südkorea kam auch aus dem Ausland, nicht zuletzt aus Deutschland. Die damalige Pröpstin Helga Trösken hatte intensive Kontakte nach Gwangju und initiierte die Partnerschaft zwischen der EKHN und der PROK in Gwangju, die damit besonders den Gedanken der Solidarität als Grundlage hat.

„Trostfrauen“ – Zwangsprostituierte der japanischen Armee

Während des Pazifikkrieges 1937–1945 wurden ca. 120 000 Frauen aus den besetzten Ländern verschleppt, um in Kriegsfronten den japanischen Soldaten als „Trostfrauen“  zur Verfügung zu stehen.

Die verschleppten Frauen kamen mehrheitlich aus Korea, aber auch aus China, den Philippinen und aus Indonesien.

1991 brachen einige mutige Frauen ihr Schweigen und forderten eine Entschuldigung von der japanischen Regierung sowie Entschädigungszahlungen an die Opfer. Aber bis heute gibt es keine klare Entschuldigung von Seiten der japanischen Regierung.

In einer Vereinbarung vom 28. Dezember 2015 bot Japan eine Summe in Höhe von rund 10,8 Milliarden Won neben einer Entschuldigung an die Opfer unter der Bedingung an, dass Südkorea das Thema nicht erneut in internationalen Foren zur Sprache bringt. Die beiden Länder bezeichneten das Abkommen als “endgültig und irreversibel”. Die Opfer und deren Vertreter waren nicht einverstanden mit dem Abkommen.

Der Partnerschaftsausschuss unterstützt die Bemühungen und Kampagnen vieler Nichtregierungsorganisationen  und Frauengruppen für die Wiederherstellung des Ehrgefühls der betroffenen Frauen.

Korea – zwei Staaten Sehnsucht nach Frieden und Wiedervereinigung

1910 annektierte Japan Korea. Nach der Kapitulation Japans 1945 wurde Korea unter den Siegermächten Sowjetunion und USA aufgeteilt.

1948 wurden zwei Staaten in Korea gegründet, die Republik Korea (15.08.1948) und die Demokratische Volksrepublik Korea (09.09.1948).

Am 25. Juni 1950 begann der Krieg zwischen den beiden koreanischen Staaten.

1953 wurde zwischen Nordkorea, China und den USA ein Waffenstillstand vereinbart. Entlang dem 38. Breitengrad wurde die vier Kilometer breite demilitarisierten Zone eingerichtet. Einen Friedensvertrag gibt es bis heute nicht.

Auf beiden Seiten, im Norden wie im Süden, gibt es den Wunsch und die Sehnsucht nach Wiedervereinigung. Denn die scharf bewachte Grenze trennt Familien und Freunde.

Unsere Partnerkirche, die PROK, setzt sich für die friedliche Wiedervereinigung und Versöhnung der beiden koreanischen Staaten ein.

Frieden auf der koreanischen Halbinsel und Wiedervereinigung Koreas bleiben wichtige Anliegen der Partnerschaftsarbeit. Wir unterstützen einander durch Gebete, Kampagnen, Konsultationen und Begegnungen.

Kirchliche Situation in Korea

1784: erste Taufe eines Koreaners in China
(Lee Sung Hoon) durch katholische Missionare

1884: Erste zugelassene Missionare: Horace Newton Allen und J.W. Heron (Presbyterianer)

1907: Entstehung der Presbyterian Church of Korea (PCK)

1924: Gründung des National Council of Churches in Korea (NCCK)

Die Kirchen in Korea sind rapide gewachsen, da das Christentum attraktiv für viele Menschen in Korea war. Es entstanden dann schnell selbständige einheimische Kirchen, eine davon die PROK.

Heute gehören etwa 26% der Bevölkerung einer christlichen Kirchen an:

  1. 18 % Protestant*innen
  2. 8%-10 % Katholik*innen

Insgesamt 12,5 Millionen Christ*innen

 

Koreanische Kirchen sind bekannt für ihre Minjunggemeinden und die Minjungtheologie in den siebziger Jahren und achtziger Jahren und heute die Pfingstkirchen und Riesengemeinden mit mehreren Hunderttausenden von Mitgliedern.

Christ*innen in Korea treten für Demokratie, Menschenrechte und Frieden ein. Die Kirchen in Korea verstehen sich als missionierende Kirchen.

Koreanische Christ*innen wollen das tun, was andere für sie getan haben: Leidenschaft und Leidensbereitschaft für Mission.

Ziele der Korea-Partnerschaft

Wir wollen

  1. einander kennenlernen.
  2. uns darüber austauschen, was unser Leben prägt und wie sich unser Glauben ausdrückt im persönlichen Leben, im Leben der Gemeinden und der Kirche(n), aber auch in Zeugnis und Dienst an der Gesellschaft.
  3. uns gegenseitig an den geistlichen, kulturellen und materiellen Ressourcen, aber auch an den Nöten und Sorgen in der jeweiligen Situation beteiligen.
  4. einander im Engagement für Frieden und Menschenrechte unterstützen.
  5. gemeinsam nach Lösungen für die Aufgaben, die jeweils vor uns liegen, suchen und einander in ihrer Umsetzung beistehen.
  6. einander in der Öffentlichkeit unterstützen.
  7. regelmäßig füreinander Fürbitte halten in den Gemeinden und im persönlichen Gebet.
  8. gemeinsam eintreten für den konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.

Kontakt

Korea-Partnerschaftsausschuss
Pfarrer Wolfgang Prawitz
Marktstraße 7, 65428 Rüsselsheim

Telefon: 06142-9136721
Mobil: 0151 58726016
Mail: prawitz@t-online.de

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